{"id":11,"date":"2014-08-18T22:16:58","date_gmt":"2014-08-18T20:16:58","guid":{"rendered":"http:\/\/ki113r.pf-control.de\/?page_id=11"},"modified":"2014-09-20T18:49:12","modified_gmt":"2014-09-20T16:49:12","slug":"leseproben","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/eloquenz.eu\/?page_id=11","title":{"rendered":"Leseproben"},"content":{"rendered":"<p><strong>Hier k\u00f6nnen Sie sich einige Leseproben von mir ansehen<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><strong>Leseprobe Kurzgeschichte: Das Schachspiel<\/strong><\/em><br \/>\nSchach ist ein Denkspiel. Es ist nur interessant, wenn man es richtig beherrscht \u2013 so wie diese beiden Menschen, die sich nun am Schachbrett gegen\u00fcbersa\u00dfen. Herr Archibald Rottenburg, ein immer alles besserwissender Oberstaatsanwalt, und Herr Valentin Freitag, ein stets korrekter Notar. Beide waren sie keine Anf\u00e4nger im Schachspielen. Jeder hatte mit seinen eigenen Tricks Erfolg. Jedoch hatten sie noch nie gegeneinander gespielt. Und sie wussten beide, dass dies kein einfaches Duell werden w\u00fcrde. Gerade entschied sich, wer mit welcher Farbe spielen w\u00fcrde. Herr Freitag spielte mit wei\u00df und Herr Rottenburg somit mit schwarz. Herr Freitag er\u00f6ffnete deshalb nun die Partie, indem er einen seiner Bauern zwei Felder vorw\u00e4rts bewegte. Herr Rottenburg setzte ebenfalls einen seiner Bauern zwei Felder so vorw\u00e4rts, dass er dem seines Gegners gegen\u00fcberstand. Sie spielten weiter. Vor jedem Zug sahen sie sich eindringlich in die Augen. Jeder versuchte das Vorhaben des Gegenspielers zu erkennen. Bisher konnte keiner der beiden Kontrahenten seine gut geplanten Spielz\u00fcge verwirklichen. Trotzdem war es ein durchdachtes Spiel der beiden M\u00e4nner. Ihnen war klar, dass sich jetzt niemand einen Fehler erlauben durfte, denn sonst w\u00fcrde der andere gnadenlos zuschlagen. Sie sahen sich wieder tief in die Augen und Herr Freitag sah pl\u00f6tzlich ein siegessicheres L\u00e4cheln in den Augen seines Gegners. Er hatte sich nicht get\u00e4uscht. Herr Rottenburg hatte mit einem Zug die f\u00fchrende Position \u00fcbernommen. Herrn Freitag wurde es hei\u00df und kalt zugleich. Er \u00fcberlegte krampfhaft, wie er die Partie wieder zu seinen Gunsten wenden konnte. Sie duellierten sich bereits drei Stunden. Herr Freitag war in einer \u00e4u\u00dferst verzwickten Lage. Er war der Verzweiflung nahe. Aber sein Stolz lie\u00df nicht zu, dass er verlor. Nach langen fieberhaften \u00dcberlegungen hatte er eine geniale Idee, wie er seinen Gegenspieler gewaltig einsch\u00fcchtern konnte. Gerade noch rechtzeitig, denn Herr Rottenburg hatte den K\u00f6nig seines Gegners gerade schachgesetzt. Doch nun nahm die Partie eine drastische Wende an. Herr Rottenburg wusste, dass ihm jetzt schnell etwas sehr Gutes einfallen musste. Bei seinen vielen \u00dcberlegungen brach ihm der Schwei\u00df aus und auf seiner Stirn bildete sich eine tiefe Denkerfalte. Jetzt stand sein K\u00f6nig im Schach und es w\u00fcrde nicht mehr lange dauern, bis sein Kontrahent ihn mattgesetzt hatte. Ihm wollte jedoch beim\u00a0\u00a0besten Willen nichts Produktives einfallen. Hier nutzten ihm auch als Oberstaatsanwalt seine vielen Paragraphen nichts. Es war ein Spiel, bei dem es um seinen verdammten M\u00e4nnerstolz ging. Bei dieser Partie stand es Mann gegen Mann. Es lag eine unglaubliche Spannung zwischen den beiden Spielern in der Luft. Zug um Zug sah es nun f\u00fcr Herrn Rottenburg schlechter aus. Er wusste, er hatte diese Partie verloren. Das Duell n\u00e4herte sich dem Ende und nach viereinhalb Stunden war sein K\u00f6nig durch den Turm von Herrn Freitag schachmatt gesetzt. Sie blickten sich nun zum letzten Mal bei dieser Begegnung eindringlich in die Augen und ahnten gegenseitig die tiefe Ersch\u00fctterung beziehungsweise unendliche Freude und Erleichterung. In diesem Moment nahmen sie pl\u00f6tzlich zum ersten Mal ihre Umwelt wahr, die aus einem begeisterten Publikum und Fernsehreportern mit ihren Kameras bestand. Dann h\u00f6rten sie eine Stimme durch einen Lautsprecher, die verk\u00fcndete: \u201eNach viereinhalb Stunden h\u00f6chster Spannung im Finale der Schachweltmeisterschaften haben wir nun endlich einen Sieger \u2013 Herrn Valentin Freitag, der Herrn Archibald Rottenburg in einer \u00e4u\u00dferst nervenaufreibenden Partie besiegt hat.\u201c Jetzt erst wurde ihnen klar, dass Herr Freitag der neue Schachweltmeister war. Mit der Siegerehrung und der Aush\u00e4ndigung ihrer Preise ging f\u00fcr beide M\u00e4nner das faszinierende Schachspiel zu Ende.<\/p>\n<hr \/>\n<p><em><strong>Leseprobe Geburtstagsrede<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Lieber Julius,<\/p>\n<p>der ber\u00fchmte Philosoph Friedrich Nietzsche konstatierte einmal:<\/p>\n<p>\u201eOhne Musik w\u00e4re das Leben ein Irrtum.\u201c<\/p>\n<p>Diese Maxime, lieber XY scheint auch f\u00fcr Dein Leben zu gelten, da Du schon fr\u00fcher in der Wiege sehr musikalisch und stimmgewaltig warst. Du wusstest sowohl bei Deinen Stimmb\u00e4ndern als auch bei jeder Form von Spielzeug, wie man Laute damit erzeugt, die sein n\u00e4heres Umfeld \u2013 insbesondere Mama, Papa und mich \u2013 akustisch bereichern. Und das selbstverst\u00e4ndlich zu jeder Tages- und Nachtzeit. Denn von Ruhe hast Du nie viel gehalten.<\/p>\n<p>Als Du in den Kindergarten kamst, meldeten Dich unsere Eltern zum Klavierunterricht an. Das von Opa geerbte Piano sollte schlie\u00dflich unser Haus nicht nur optisch bereichern, sondern auch endlich wieder einmal von einem Virtuosen gespielt werden. Dieser wurdest Du mit all dem Flei\u00df und Elan, mit dem Du Dich ans Werk machtest. Das Klavier und Du \u2013 Ihr wart einfach wie f\u00fcreinander geschaffen und verbrachtet tagt\u00e4glich mehrere Stunden gemeinsam miteinander. Ja, sogar Dein Lieblingsessen, Mamas Rinderbraten, lie\u00dfest Du so manches Mal daf\u00fcr kalt werden. F\u00fcr Dein Talent wurdest Du oft bewundert und so war es auch nicht verwunderlich, als Du nach dem Abitur Dein Musikstudium begannst. Nat\u00fcrlich gegen den Willen unserer Eltern, die der Auffassung waren: \u201eJunge, lern doch lieber einen anst\u00e4ndigen Beruf, von dem man auch leben kann.\u201c<\/p>\n<p>Du hieltest Dich jedoch an Goethes Motto:<\/p>\n<p>\u201eAuch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Sch\u00f6nes bauen.\u201c<\/p>\n<p>Und so entschiedest Du Dich daf\u00fcr, Deine Leidenschaft zum Beruf zu machen. Der einst so gefragte Hobbypianist war schon bald als ausgebildeter Profi st\u00e4ndig ausgebucht. Eine Verabredung mit Dir war schon bald schwieriger, als die sprichw\u00f6rtliche Audienz beim Papst zu bekommen. Aber wir \u2013 ich und unsere ganze Familie \u2013 haben Dich immer beneidet um Deine Auftritte quer durch die Republik und sp\u00e4ter dann sogar im Ausland.<\/p>\n<p>All die Konzerth\u00e4user, die Du gef\u00fcllt hast, all die Menschen, die Du mit Deinen kunstvollen Kl\u00e4ngen am Klavier verzaubert hast, hier zu nennen, w\u00fcrde den Rahmen der Veranstaltung sprengen, aber ich erinnere mich gern an meine Besuche in Deinen Konzerten, in denen ich voller Bewunderung und Stolz Dir, meinem lieben Bruder, zuh\u00f6ren durfte. Besonders sch\u00f6n f\u00fcr mich waren f\u00fcr mich stets die gemeinsamen Stunden mit Dir am Klavier, wo mir immer wieder klar wurde, was f\u00fcr ein Genie Du im Gegensatz zu solch einem Amateur, wie ich einer bin, doch bist. Danke, f\u00fcr Deine Lerneinheiten und Deine Geduld.<\/p>\n<p>Mein lieber Bruder, ich k\u00f6nnte noch so viel zu Dir und Deinem Leben sagen, was alles erw\u00e4hnenswert w\u00e4re, aber bis dahin w\u00fcrde hier vermutlich die H\u00e4lfte im Saal entweder einschlummern oder verhungern. Zum Gl\u00fcck bieten Deine weiteren Geburtstage ja gen\u00fcgend Gelegenheit, meine Gedanken zum Leben meines Bruders und die eine oder andere Anekdote zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Drum bedanke ich mich f\u00fcr Deine und Eure Aufmerksamkeit und\u00a0schlie\u00dfe meine Rede anl\u00e4sslich Deines Geburtstages mit einem weisen Zitat von Erich K\u00e4ster:<\/p>\n<p>\u201eWird&#8217;s besser? Wird&#8217;s schlimmer? fragt man allj\u00e4hrlich.<\/p>\n<p>Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgef\u00e4hrlich!\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><strong>Leseprobe\u00a0 Rede zum Dienstjubil\u00e4um eines Grundschullehrers<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Lieber Herr XY,<\/p>\n<p>der ber\u00fchmte deutsche Dichter Heinrich Heine schrieb einmal folgendes Zitat:<\/p>\n<p>\u201eSo ein bisschen Bildung ziert den ganzen Menschen.\u201c<\/p>\n<p>Sie, lieber Herr XY, scheinen diesen Satz gekannt und in Ihren 30 Dienstjahren als Grundschullehrer stets beherzigt zu haben. Unz\u00e4hligen Jungen und M\u00e4dchen haben Sie Bildung vermittelt. Sie lehrten sie das Lesen und Schreiben, Rechnen, Malen und Zeichen sowie das Musizieren. Sie vermittelten Wissen und vermittelten, sich dieses anzueignen. Sie verfeinerten handwerkliche und kreative F\u00e4higkeiten. Bei Streitigkeiten traten Sie als Schlichter ein \u2013 sowohl zwischen Sch\u00fclern, als auch zwischen Sch\u00fclern und Lehrern\u00a0\u00a0sowie Lehrern und Eltern. Auf ihre diplomatischen F\u00e4higkeiten war stets Verlass, mit der Sie geduldig aber entschieden Konflikte jeder Art meist zu einer f\u00fcr beide Seiten akzeptablen L\u00f6sung brachten.<\/p>\n<p>Bei dem uns allen bekannten Wilhelm Busch sind in seinem Werk \u201eMax und Moritz\u201c die Zeilen zu lesen:<\/p>\n<p>\u201eAlso lautet ein Beschluss:<br \/>\nDass der Mensch was lernen muss. &#8211;<br \/>\nNicht allein das Abc<br \/>\nBringt den Menschen in die H\u00f6h&#8216;;<br \/>\nNicht allein in Schreiben, Lesen<br \/>\n\u00dcbt sich ein vern\u00fcnftig Wesen;<br \/>\nNicht allein in Rechnungssachen<br \/>\nSoll der Mensch sich M\u00fche machen,<br \/>\nSondern auch der Weisheit Lehren<br \/>\nMuss man mit Vergn\u00fcgen h\u00f6ren.\u201c<\/p>\n<p>Auch Sie haben in ihren 30 Dienstjahren als Grundschullehrer Ihren Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern nicht nur blo\u00dfes Wissen vermittelt, sondern auch gro\u00dfen Wert auf die soziale Kompetenz der jungen Heranwachsenden gelegt, weil Sie dies f\u00fcr ebenso bedeutend hielten. Sie gingen da auch gern mit gutem Beispiel voran und zeigten, wie man sich auch im Kleinen sozial engagieren kann, wenn Sie, als Initiator, keine Zeit und M\u00fche scheuten, allj\u00e4hrlich unser Schulprojekt zu organisieren. So wurde Jahr f\u00fcr Jahr in der Adventszeit in Kooperation von Sch\u00fclern, Eltern und Lehrern allerhand gebastelt, gebacken, gekocht und geschauspielert, um Geld f\u00fcr Kinder, die in \u00e4rmeren Verh\u00e4ltnissen leben, zu sammeln. Sie, lieber Herr XY, veranschaulichten Ihren Sch\u00fctzlingen, dass es nicht f\u00fcr jedes Kind auf unserem Planeten selbstverst\u00e4ndlich ist, Weihnachten mit Geschenken bedacht zu werden, da manche Eltern in \u00e4rmeren L\u00e4ndern die W\u00fcnsche ihrer Kinder mangels monet\u00e4rer Mittel nicht erf\u00fcllen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201eJeder, der aufh\u00f6rt zu lernen, ist alt, mag er zwanzig oder achtzig Jahre z\u00e4hlen. Jeder, der weiterlernt, ist jung, mag er zwanzig oder achtzig Jahre alt sein.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dieser Ansicht war Henry Ford. Und ihr, lieber Herr XY, m\u00f6chte ich mich anschlie\u00dfen. Bleiben Sie f\u00fcr alle weiteren vor Ihnen liegenden Dienstjahre als Lehrkraft unserer Schule so wissbegierig und offen f\u00fcr Neues wie bisher. Lassen Sie sich durch die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen jung halten, bleiben Sie weiterhin der von uns allen hochgesch\u00e4tzte Kollege und Lehrer, der Sie sind, und vor allen Dingen bleiben Sie m\u00f6glichst gesund. Ich w\u00fcnsche Ihnen und uns allen weiterhin ein gutes Miteinander \u2013 miteinander lernen und lehren. Und f\u00fcr heute ein sch\u00f6nes Miteinanderfeiern und \u2013essen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><em><strong>Leseprobe Gedicht: Gewichtige Erkenntnis<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Dank meiner gro\u00dfen Leibesf\u00fclle,<\/p>\n<p>platz ich schon bald aus meiner H\u00fclle.<\/p>\n<p>Ein Jeder kann es deutlich sehn,<\/p>\n<p>dass nichts kann ich je wiederstehn.<\/p>\n<p>Es gibt zu viele K\u00f6stlichkeiten,<\/p>\n<p>die immer mir Pl\u00e4sier bereiten.<\/p>\n<p>Es w\u00e4r doch auch nur allzu schade,<\/p>\n<p>w\u00fcrd alt im Schrank die Schokolade.<\/p>\n<p>Man kann sich auch nie sicher sein,<\/p>\n<p>ob mal die Motten ziehen ein.<\/p>\n<p>Drum ess ich lieber sie beizeiten,<\/p>\n<p>bevor sie andren Schmerz bereiten,<\/p>\n<p>weil sie der Knopf der Hose dr\u00fcckt,<\/p>\n<p>wenn man sich nach den Schuhen b\u00fcckt.<\/p>\n<p>Drum opfre ich mich t\u00e4glich auf,<\/p>\n<p>und nehm die Schwierigkeiten gern in Kauf,<\/p>\n<p>dass sich bei mir die Pfunde halten,<\/p>\n<p>nur um die Familie fit zu halten.<\/p>\n<p>So komm ich zu dem simplen Schluss,<\/p>\n<p>dass es mein gro\u00dfes Herz sein muss,<\/p>\n<p>was meine Wuchtigkeit ausmacht.<\/p>\n<p>Wer h\u00e4tte sowas je gedacht?!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier k\u00f6nnen Sie sich einige Leseproben von mir ansehen &nbsp; Leseprobe Kurzgeschichte: Das Schachspiel Schach ist ein Denkspiel. 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